God@Work – Zusammenfassung der Predigtreihe

God@Work - Zusammenfassung der Predigtreihe

Wir tauchen nun ein in die Dimension des Glaubens, die wir mit den Anglizismen überschreiben: God@Work, also Gott bei der Arbeit. Wir werden in Gottes Wort deutlich sehen, wie Jesus handelt. Und, dass unser Glaube nicht nur eine spirituelle Erfahrung ist, sondern sich auch ganz konkret auf unser Leben auswirkt. Gott wirkt auch heute noch. Er hat einen dreifachen Dienst damals gehabt und diesen Dienst tut er auch heute noch. Er verkündigte das Evangelium, er heilte und befreite Menschen.

Heilung

Jesus lag die Heilung der Menschen auf dem Herzen. Er konnte an kranken Menschen nicht einfach vorbei laufen. Das hat ihn innerlich bewegt, sogar tief geschmerzt. Jesus will heilen  und er will diese Schöpfungsordnung wieder herstellen. Schon sein Name lautet im hebräischen Jeshua und heißt Heilbringer; Heiland oder Retter. Etwa ein Drittel aller Evangelien Texte berichten von Heilungen. Und selbst als Auferstandener sagt er zu seinen Nach- folgern: Ihr werdet das mir gleich- tun! Das ist Jesu Auftrag auch an uns. Heilungen geschehen noch heute.  Aber  manchmal  kommen Fragen auf, warum heilt Gott manche Menschen und andere nicht? Man könnte ja denken, das ist irgendwie ungerecht. Kein Mensch hat auf alle Fragen unseres Lebens eine Antwort.

Über die gottgeschenkten Heilungen können wir nicht verfügen, manches müssen wir stehen lassen, wie es ist. Menschen haben schon Erfahrungen mit dem Thema Heilung gemacht durch Gebet. Wenn es um Heilung geht, gibt es nicht nur Erfolgstorys, es gibt dauerhafte Heilungen oder Teilheilungen, die Menschen erleben. Es gibt auch Menschen, die trotz zahlreicher Gebete keine Heilung erfahren haben. Wir leben in dieser Zeit der Vorläufigkeit und noch nicht in der Endgültigkeit. So sind auch Jesu Heilungen zu verstehen, sie sind deutliche Zeichen Gottes, des heute schon erfahr- baren Wirken Gottes. Im Matthäusevangelium acht und neun hören wir von zwei Blinden, die schrien. Jesus hört sie. Er hat nicht weg- gehört, er geht auf sie zu. Jesus kennt unsere Leiden, er hat sie so- gar auf sich genommen. Er leidet mit. Das ist so unendlich wichtig, dass wir Menschen wahrnehmen, ihre Schreie hören, ob sie gläubig sind jeder nicht. Jesus ist für alle Menschen an das Kreuz gegangen. Er hat das komplette Leid auf sich genommen. Man kann es sich kaum vorstellen, was das bedeutet alle Krankheiten auf sich zu nehmen. Jesus trägt alles. Beginnen wir einfach für Nachbarn, Freunde und Kollegen zu beten. Nicht nur im Stillen. Warum sollten wir sie nicht fragen, ob wir für sie beten dürfen? Die wenigsten lehnen das ab. Wir können Gottes Eingreifen erleben. Seine Größe sehen. Wir können so unendlich dankbar sein für das, was Gott tut. Jesus hört bei den Blinden den Schrei und stellt dann zunächst erst mal eine Frage: Glaubt ihr, das ich dies tun kann? Das ist unwahrscheinlich liebevoll, er fragt, bevor er etwas tut. Jesu Handeln an uns kann auch manchmal schmerzhaft sein, aber es ist allemal heilsam. Er fragt nach, er tut nichts ohne dass wir es wollen. Heilung und Glaube hängen zusammen. Gott geht es um ein festes Vertrauen  in die Gegenwart Gottes. Unsere Beziehung, unser Vertrauen ist für ihn das wichtigste. Heilung ist ein Geschenk, sie ist Gnade.

 

Befreiung

Viele von uns kennen das, kranke und kaputte Bindungen, Festlegungen, die bis in die frühe Kindheit reichen. Erfahrungen, die  das eigene Leben einschränken. Häufig ist das unbewusst. Manche Dinge tun wir wie aus einem Zwang heraus. Manche Prägung werden wir nicht einmal los, selbst wenn wir das wollen und uns an- strengen. Wir können nicht anders, als genau das zu tun, was wir eigentlich gar nicht wollen. Paulus sagt das einmal so: „denn nicht, was ich will, das tue ich, sondern was ich hasse, das übe ich aus.“ (Römer 7,15b) Das ist wie ein Fluch, aus dem ich nicht heraus- komme. Nun können die Gründe dafür ganz unterschiedlich sein. Aber eines ist sicher. Gott will, dass wir Befreiung erleben. Des- wegen ist Jesus, Gottes Sohn, auf diese Welt gekommen, um deutlich zu machen, dass es Gottes Wille ist, das die Schöpfungsordnung wiederhergestellt wird, dass jeder in heilen Beziehungen zu den anderen, zu sich selber und zu Gott leben kann. In Matthäus 9,32 wird von einer weiteren Heilung erzählt, nach der Blindenheilung folgt nun eine, die allerdings mit einer Befreiung von einem Dämonen zusammenhängt. Der Stumme war besessen von einem „bösen Geist“. Nun, damals waren die Reaktionen auf diese Dämonenaustreibung und Heilung sehr unterschiedlich. Während die einen über dieses Wunder staunten und so etwas noch nie gesehen haben, sind die anderen entsetzt. Und werfen Jesus sogar vor, er habe seine Macht von Satan persönlich. Das war ein heftiger Vorwurf. Jesus sei Handlanger des Teufels. An einer anderen Stelle reagiert Jesus auf diesen Vorwurf, der von den Pharisäern noch ein- mal wiederholt wird, und macht unmissverständlich deutlich, dass der Teufel sich nicht durch den Teufel austreiben lässt. Nun sind die Reaktionen heute auf diese Erzählung aus dem Neuen Testament immer noch ziemlich unter- schiedlich, aber im Ergebnis nicht großartig anders als damals. In der Bibel wird von einer „unsichtbaren Person mit Willen, Plan und übernatürlicher Kraft“ gesprochen. Satan ist mehr als nur ein etwas. Die  Bibel  kennt  zwar  auch  das Böse in unseren Einstellungen und Handlungen, also dieses strukturelle Böse, aber sie weiß darum, dass es noch etwas mehr gibt. Die Mächte greifen uns an durch Versuchungen, Krankheiten, Süchte und destruktive Gedanken und Handlungen. Wichtig ist, das kann, das muss nicht so sein. Die Gründe können auch wo anders liegen. Nicht jede Krankheit, nicht jede Sucht oder jeder destruktive Gedanke ist gleich auf Dämonen zurückzuführen. Aber das gibt es. Die Frage ist nun, wenn es die- se Realität gibt, was können wir dann tun? Das wichtigste ist, ruhig bleiben. Keiner braucht Angst zu haben. Jesus hatte es nicht, die Jünger auch nicht. Angst gibt Satan viel zu viel Beachtung. Jesus hat seinen Jüngern Vollmacht gegeben, diesen Mächten zu ge- bieten, zu weichen. Und Jesus hat uns aus der Herrschaft der Finsternis in sein Königreich versetzt (Kol 1,13). Befreiung kann sehr unter- schiedlich aussehen. In der Seel- sorge beten wir im Namen Jesu, in seiner uns gegeben Vollmacht. Jesu Macht ist zu massiv für die Dämonen, als dass sie den Kampf aufnehmen könnten. Sie weichen leise und ohne großes Aufsehen. Nehmen Sie dieses Angebot an!

Sendung

Jesus sendet uns! Er war nur für eine begrenzte Zeit an einem begrenzten Ort und hat eine be- grenzte Anzahl an Menschen er- reicht und darum sendet er uns. Die Frage, die wir uns stellen müssen, ist: Wie lange wollen wir noch stehen bleiben? Wie lange wollen wir die Ausrede des Nichtbereitseins noch aufrecht erhalten? Wussten Sie, dass das die beste Voraussetzung ist, von Jesus Christus ausgesendet zu wer- den? Die Ausreden reichen von: Ich habe zu wenig Kraft, zu wenig Zeit, zu wenig Begabung, zu wenig Liebe, zu wenig Glaube usw. Vielleicht lassen wir uns ja später senden, wenn die Kinder aus dem Gröbsten draußen sind, Konflikte gelöst sind, wenn ich genug Geld verdient hab, wenn ich das Abi in der Tasche habe, usw.. Aber Jesus ist glasklar, er sendet uns auch, wenn wir uns nicht bereit fühlen oder ob es uns gerade passt. In Matthäus 9, Vers 35 geht es das verängstigte Volk, die wie Schafe umherirrten ohne Hirten. Und Jesus sagte:“ Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter, darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende“. Jesus sendet uns und er ist und Vorbild, wie er es tut. Was wir brauchen ist Liebe, Risikobereitschaft und Gebet.

Liebe: Jesus jammerte es, als er umherzog. Jammern heißt aus dem griechischen übersetzt: den Magen umdrehen. Jesus dreht  es den Magen bei diesem Anblick um. Er war zutiefst erschüttert, von dem, was er in diesen Dörfern sah. Menschen, die krank waren, Menschen, die verloren waren, Menschen, die voll Verwirrung und und orientierungslos waren. Ihn erschüttert sein eigenes Volk, das in der Seele krank ist. Jetzt schaut er diese Menschen an und er kommt zu dem Urteil: Die Ernte ist groß! Da, wo die Not am Größten ist, da sieht Jesus die größten Getreidefelder.

Risikobereitschaft: Wir müssen ein Risiko eingehen. In Markus 2 geht es um Levi, den Zöllner, der war ein reicher Mann, aber unbeliebt. Er zog den Leuten rücksichtslos und habgierig das Geld aus der Tasche. Jesus kommt zu ihm und Levi macht eine Blitzbekehrung. Bekehrung auf den ersten Blick. Levi geht mit Jesus mit. Er geht ein hohes Risiko ein, als er ein Fest veranstaltet und Freunde aus der Vergangenheit einlädt. Freunde, die Jesus nicht kennen, auf falschen Wegen gehen. Auch die anderen Jünger werden da sein. Ob das funktioniert, ob es ein zu großes Risiko ist, da sie nicht gegensätzlicher sein könnten? Aber es funktioniert. Jesus und seine Jünger überschreiten Milieugrenzen. Das, was Levi tut, ist genau das, was Jesus will. Da kommen zwei Dinge zusammen, die Liebe und das Risiko, da sendet Jesus hin. Levi hat die Liebe und geht zu den Menschen, die ihm naheliegen.

Gebet: Wir brauchen das Gebet, ohne das schaffen wir es nicht. Wenn wir Zweifel oder Sorge haben, können wir beten, wie es Je- sus tat. Er geht ins Gebet mit seinen zwölf Jüngern und sendet sie dann. Es sind 12, das ist die voll- kommene Zahl, denn die Dreieinigkeit Gottes 3-mal die vier Himmelsrichtungen (Nord, Süd, Ost und West). Interessant ist, dass die Jünger damals kein Gebet brauch- ten. 12 ist eine vollkommene Zahl, das kommt das Heilige und das Menschliche zusammen. Gott und die Welt vereinigt. Jesus sagt, ihr seid meine zwölf. Ihr seid voller Kraft. Gebet brauchten sie nicht, sie hatten alles. Das kuriose ist,  3 Jahre später, nachdem der Tod und die Auferstehung vorbei sind, geht Jesus an Himmelfahrt. Jetzt sind es noch elf, eine unvollkommen ungenügende Zahl. Jetzt,  wo es drauf ankommt, sind sie schwach. Jesus sendet sie in die Welt aus. Für Jesus ist das Unvollständige perfekt! Nach Himmel- fahrt sind die Jünger nicht mehr ohne Gebet ausgekommen. Sie fühlten sich nicht bereit, kraftlos, hatten zu wenig Begabung, zu viel Arbeit, zu viel Angst usw., aber Jesus sagt dazu „perfekt, genau so brauche ich das!“ Jesus sendet diese unvollkommenen, nicht kompletten aus. Im Gebet machen wir und eins mit Gott, mit dem entscheidenden zwölften Mann. Wir machen uns abhängig und das möchte Gott. Er möchte in den Schwachen mächtig sein.

Verfolgung

Wenn Gott arbeitet, dann werden immer irgendwelche Menschen dagegen arbeiten. Dann gibt es Widerstand, dann gibt es Feindschaft! Jesus sendet die Jünger aus und sie wissen, so ein Rettungseinsatz kann richtig peinlich werden. Wie schnell wird man belächelt oder ausgelacht. Es wird nicht nur peinlich, es wird auch richtig gefährlich! Jesus macht deutlich: Wenn Gott arbeitet, dann gibt es Widerstand und Feindschaft! Kein    schönes    Thema.   Erfolg, Vision und Gewinn! Das sind doch die Stichworte, die hier fallen müssen, um Menschen zur Mitarbeit zur gewinnen! Aber Jesus ist ehrlich! Die Jünger und auch wir sollen wissen, dass Gegenwind zum Christsein dazu gehört.

Christenverfolgung geschieht weltweit seit fast 2000 Jahren. Das ist eine Tatsache, der wir uns dem Thema auch stellen müssen. Es sind unsere Geschwister. Sie dürfen ihren Glauben nicht frei wählen und wechseln, der Staat verhindert das Ausüben des Glaubens. Oder Christen werden aus- gegrenzt, dürfen z.B. den Dorf- brunnen nicht benutzen. In vielen Ländern dürfen Christen nicht studieren oder nicht zur Schule gehen oder Regierungsposten einnehmen. Es gibt physische Ge- walt: bis hin zu Gefängnis, Folter und Tod. „Man wird euch um meinetwillen vor Machthaber und Könige führen, und ihr sollt vor ihnen und vor allen Völkern meine Zeugen sein. Um meines Namens willen werdet ihr von allen Menschen gehasst werden.“ Ein Grund, dass wir verfolgte Geschwister aufnehmen sollen. Mal sind es andere, die diesen Liebensbeweis brauchen, mal werden wir es sein! Wir dürfen aber auch nicht überrascht ein, wenn sich Widerstand regt. Als Christ ist es normal, Gegen- wind zu erfahren. Aber Gott verspricht uns zwei Dinge: Er wird mit uns durch die schwierigen Zeiten gehen und uns führen und wir wer- den belohnt. „Wer nun mich be- kennt vor den Menschen, zu dem will ich mich auch bekennen vor meinem Vater im Himmel“.